46. NRW-Tag in Mönchengladbach

Edmund Stoiber hält leidenschaftliche Rede und begeistert die JU-Mitglieder / Thomas Kerkhoff zum Delegierten für den Deutschlandrat gewählt

03.12.2011, 17:17 Uhr | Thomas Eusterfeldhaus | Mönchengladbach | Junge Union Kreisverband Borken
Edmund Stoiber zu Gast beim NRW-Tag in Mönchengladbach
Edmund Stoiber zu Gast beim NRW-Tag in Mönchengladbach

Höhepunkt des 46. NRW-Tages der Jungen Union Nordrhein-Westfalen am vergangenen Wochenende in der Stadthalle Mönchengladbach-Rheydt war der Auftritt des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber.

Mit seiner eineinhalbstündigen Rede begeisterte er die Delegierten und Gäste des Parteitages. Leidenschaftlich stellte er die Bedeutung Europas als bedeutendes Friedensprojekt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges heraus. "Bayern ist mein Heimatland, Deutschland unser Vaterland und Europa unsere Zukunft!", so Stoiber. Im Zusammenhang mit der Schuldenpolitik einiger EU-Mitgliedstaaten kritisierte er die Finanz- und Haushaltspolitik der rot-grünen Landesregierung unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft scharf. Diese habe nichts aus der aktuellen Krise gelernt und mache weiter ungehemmt Schulden zu Lasten nachfolgender Generationen. "Frau Kraft redet genauso daher wie Herr Papandreou.", rief Stoiber unter großem Beifall den Delegierten zu.

Zweiter Hauptredner der diesjährigen Landestagung war der Vorsitzende des CDU-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen, der vor seiner Wahl zum CDU-Landesvorsitzenden im letzten Jahr erklärt hatte, die NRW-Tage der Jungen Union in Zukunft regelmäßig zu besuchen. In seiner Rede hob er die wichtige Rolle der Jungen Union innerhalb der Unionsparteien hervor und forderte den Parteinachwuchs auf, sich aktiv bei der Gestaltung von Form und Inhalt der Parteiarbeit einzubringen. Wie Stoiber kritisierte auch Röttgen die Landesregierung für ihre Schuldenpolitik scharf.

Inhaltlich haben sich die Delegierten im Rahmen ihrer diesjährigen Landestagung mit zwei Leitanträgen zur Netzpolitik ("Deutschlands Weg in die digitale Republik") und zur Energiepolitik ("Energiesicherheit für die Zukunft") beschäftigt. Darüber hinaus verabschiedeten die JU-Mitglieder ein Positionspapier mit dem Titel "Gemeinsam gegen Extremismus!". Die Junge Union verurteilt darin jede Form extremistischer Bestrebungen von rechter, linker oder auch religiös motivierter Seite und fordert die rückhaltlose Aufklärung der Verbrechensserie der rechtsex­tremistischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund".

Daneben wurden auch personelle Entscheidungen getroffen. So wurde Stefan Grawe aus dem Kreisverband Steinfurt als Beisitzer in den Landesvorstand gewählt und ersetzt damit den aus beruflichen Gründen ausgeschiedenen Daniel Güttler. Für die Wahl des JU-Bundesvorstandes im nächsten Jahr nominierten die Delegierten Philipp Mißfelder, Henrik Bröckelmann, Marcel Gratwohl und Kristin Peitz. Bei der Wahl der Delegierten zum Deutschlandrat erzielte Thomas Kerkhoff das beste Ergebnis. Mit seiner Wahl tritt er die Nachfolge von Jens Spahn in diesem Gremium an.